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SANTO DOMINGO .-"Ich kam hierher, weil ich keinen anderen Ort zum leben habe, außerdem reicht mein Gehalt gerade mal um mich zu ernähren, und das nicht mal gut, wie soll ich da ein Haus bezahlen?"

Dies ist nur eines der Dramen, das Ramon Cruz jeden Tag mit acht weiteren Familien in einer Höhle unterhalb der Avenida La Ecologica im Stadtteil Villa del Este im Osten der Hauptstadt teilt.

Aufgrund ihrer geringen Einkommen beschlossen sich diese Familien unter dem Kalkstein bescheiden einzurichten.

"Ich will hier in Frieden leben, bis ich mir ein Haus aus Stein bauen kann", erklärt Armando Solano, die Furcht vertrieben zu werden und der mangelnde Schutz vor Räubern und Unwetter stehen ihm ins Gesicht geschrieben. "Ich hoffe der Alptraum jede Nacht hat bald ein Ende".

Der 31-jährige Familienvater Ramon Cruz lebt hier in der Höhle mit seiner Frau und zwei Kindern. "Ich kann mir kein anständiges Zuhause leisten", sagt Cruz erklärt, dass sein Gehalt als Wachmann kaum ausreicht um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Obwohl die Behausung nicht geschützt sei, habe es bislang keine Überschwemmung oder Erdrutsch gegeben, aber die ständige Feuchtigkeit und tropfende Wände machen ihnen das Leben schwer.

Aber Cruz ist nicht der einzige der schon seit Jahrzehnten dort lebt, auch Miriam de la Rosa zog vor 20 Jahren von Constanza nach Santo Domingo. Sie lebt mit ihrem Mann, der ebenfalls wie Cruz als Wachmann arbeitet, und fünf Kindern in der Höhle.

Alle hier lebenden Menschen verfügen über einige wenige Hausgeräte wie Waschmaschinen, Fernseher, kleine Öfen und Betten. Sie haben Strom und Trinkwasser, auf dessen Sauberkeit sie jedoch nicht zählen können.

Isaias Pichardo, ebenfalls Wachmann, klagt über ständige Besuche der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. "Sie sagen wir stehlen den Grund und Boden und wir müssen verschwinden, aber wir haben keine Alternative".

Pichardo, der bereits seit 20 Jahren in der Höhle lebt und sich kaum an sein Alter erinnert, beklagt sich über die Gleichgültigkeit der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, weil sie "uns vertreiben wollen, aber keine vernünftige Alternative anbieten".

Er sagte, er würde die Höhle sofort verlassen, wenn man ihm eine vernünftige Behausung anbieten würde. Allerdings sieht Santo Armando Solano, der seit 16 Jahren dort lebt, die Situation anders. Im Gegensatz zu seinen Nachbarn hat Solano das Land, auf dem er lebt, vor 16 Jahren legal für 40.000 Pesos erworben, aber die Unsicherheit hat ihn bislang davon abgehalten dort ein Haus zu bauen. "Ich bin glücklich hier, ich habe Platanos, Kürbis, Kirschen, Bananen und Papayas gepflanzt, ich fühle mich gut", erklärt Solano und sagt er werde auch kein Haus bauen, bis er sicher sein kann, dass die Stadtverwaltung es nicht zerstört. "Ich will hier in Ruhe leben".

Viele Menschen beschließen, ihre Heimatorte zu verlassen, um in die Hauptstadt zu ziehen, ohne zu wissen welches Leben sie dort erwartet. Andres Moreta Rodriguez ist dazu ein Paradebeispiel.

Der 57-Jährige lebt seit 5 Jahren allein im Schatten von Villa Este, ohne die Chance auf ein besseres Zuhause zu haben. "Ich kam zunächst als Mieter nach Santo Domingo, der Hauseigentümer sagte ich solle ihm geben was ich kann. Ich habe monatlich 1000-1500 Pesos bezahlt, aber hier bezahle ich garnichts", sagt Moreta, der alle seine Kosten mit 12.000 Pesos monatlich decken muss. Moreta ist Rentner und kann aufgrund einer Fraktur nach einem Berufsunfall im rechten Arm nicht mehr arbeiten. Mit der Rente muss er nicht nur seine Lebenshaltungskosten, sondern auch seine Gesundheitsversorgung decken.

Mit leerem Blick erklärt Moreta, dass er jedesmal wenn es regnet, einen Eimer mit ins Bett muss. "Das Sickerwasser durchnässt mein Bett völlig".


Quelle: ListinDiario

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