DomRepHeute Forum » Leben in der Dominikanischen Republik » Allgemeine Informationen » Leben und Leben lassen oder Ueberleben lassen
#1 - Posted 8 Januar 2010, 10:27 PM
Ort: Dominikanische Republik, Cambita-Garabito
Beitrittsdatum: July 2008
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Leben und Leben lassen oder Ueberleben lassen
Zu jedem neuen Jahr machen wir uns Vorsätze, im Verlaufe viele dieser Vorsätze werfen wir über Bord oder ändern sie zu einer neuen Bequemlichkeit.
Ich haber mir heute vorgenommen einen dieser Vorsätze zu verwirklichen, ich will wieder mehr schreiben, Kontakte knüpfen oder erhalten und mehr zu mir selbst finden.
Die letzten Monate haben mich in meinem Adlerhorst, an manchen Tagen weit von der Wirklichkeit des Alltags entfernt, zutiefst berührt und erschüttert. Ich hätte nie gedacht wie weit wir in die Abhängigkeit der Korruption und den Drogen in allen Bereichen geraten sind.
Ich lebe seit mehr als dreißig Jahren in der DR, nun sechs Jahre hier oben in den Bergen und habe dies nie bereut. Habe die Dominikaner stets geachtet und geschätzt, 95% meiner Freunde sind Dominikaner. Meine zwei Lieblingssätze waren immer: ‚ Der Dominikaner ist der beste und friedlichste Mensch auf Erden, reize ihn nur nicht, wenn er besoffen ist oder eine Novia mit ihm ist.“ Der zweite: „ Frage: Wie macht man ein kleines Vermögen in der DR? Antwort: Indem man ein großes mitbringt.“
Ich konnte nie begreifen wie es möglich ist so viele neue Luxusherbergen und Luxusautos in der DR zu sehen.
Die letzten Ereignisse haben uns nun wohl gezeigt woher das alles kommt.
Gestern habe ich durch Zufall den Präsidenten de Suprema Corte de Justicia Jorge Subero Isa gesehen und gehört und den Eindruck gewonnen, selbst er ist frustriert und mit seinem Latein am Ende. Ganz besonders haben mich seine letzen Worte beeindruckt. Hier diese Worte aus dem pdf Formular das unter
http://www.suprema.gov.do/novedades/discursos/2010/Discurso_diaPJ_periodistas_2010.pdf
heruntergeladen werden kann.
Auszug:
„Vivimos en un país distinto al que conocimos hace apenas unos años. La sociedad ha cambiado. ¡Todo ha
cambiado! Creemos haber progresado porque hoy tenemos grandes rascacielos que están cerca
de las nubes. Pero por alguna razón extraña, mientras los países construyen edificios que
cada día se acercan más a las nubes, sus habitantes más se alejan del Cielo. Parece
que antes, cuando teníamos los pies más cerca de la tierra, estábamos también más
cerca del Cielo.
¿Dónde está el pudor, el honor, la decencia, la honestidad, la vergüenza, la prudencia, los
valores patrios, los valores éticos, morales y espirituales, la lealtad, la humildad, la
integridad, la fidelidad, la gratitud, la reputación, el buen nombre, la familia, la
responsabilidad, el amigo, el compañero, la austeridad, la cordura, los buenos modales, la
transparencia, la solidaridad, el respeto al derecho ajeno, a los mayores, a los maestros,
el buen vecino y otras virtudes que nos legaron nuestros antepasados?
Parece que alguien los ha tomado prestados. Por favor, devuélvanoslo, pues la sociedad
dominicana los necesita y los quiere, ya que la esperanza por sí sola no es suficiente para
lograr la paz, la tranquilidad y el bienestar deseados.
Muchas Gracias!
Dios, Patria y Libertad!
Viva la República Dominicana!"
Meine freie Übersetzung.
"Wir lebten in einem Land, das zu unterschiedlich ist von dem, das wir vor Jahren kannten. Die Gesellschaft hat sich geändert. Alles hat sich geändert! Wir glauben weitergekommen zu sein, weil wir heute große Wolkenkratzer haben, die nahe den Wolken sind. Aber aus einem merkwürdigem Grund, während die Länder Gebäude konstruieren, die tägliche sich mehr an den Wolken nähern, rücken ihre Einwohner mehr vom Himmel hin weg. Es scheint das, als wir die Füße nahe dem Boden hatten, waren wir mehr dem Himmel nahe.
Wo ist die Scham, die Ehre, der Anstand, die Ehrlichkeit, die Schande, die Besonnenheit, die Werte der Nation, die ethischen Werte, moralischen und geistigen Werte, Loyalität, Bescheidenheit, Vollständigkeit, die Treue, die Dankbarkeit, das Renommee, die Familie, die Verantwortlichkeit, der Freund, der Begleiter, die Strenge, die Vernunft, die guten Bräuche, die Transparenz, Solidarität, der Respekt des Besitzes Anderer, der Älteren, der Professoren, die guten Beziehungen des Nachbarn und andere Tugenden, die unsere Vorfahren uns hinterlassen haben? Es scheint, dass jemand sie geborgt hat. Bitte gebt sie zurück, weil die dominikanische Gesellschaft sie benötigt und sie es wünscht, da die Hoffnung selbst nicht genügend ist, den Frieden, die gewünschte Ruhe und das gewünschte Wohl zu erreichen.
Vielen Dank!
Gott, Nation und Freiheit!
Viva la República Dominicana! “
Ich hoffe sie können meine Gefühle aufgrund dieser Rede verstehen.
Ich habe die DR vor dreißig Jahren kennengelernt mit allen diesen beschrienen und hinterlassenen Werten.
Wir haben bis vier Uhr morgens in Capotillo Domino gespielt. Ich habe meine Tischwäsche nach ein Uhr nach Cristo Rey gebracht. Nie gab es Probleme.
In der Umgebung des mercado Consuelo haben die Hausfrauen am Freitag und Samstag die Gehwege mit Kernseife gewaschen. Man konnte nirgendwo Müll sehen.
Schmutzige Leute wurden schief angeschaut, selbst der Arme konnte sich ein dezentes Leben leisten.
Helft Alle um unsere geliebte DR wieder lebenswert und achtenswert zu machen.
Der Fortschritt des Zellulares oder Laptop ist nicht aller Fortschritt.
Vielen Dank. Ich hoffe dieser Artikel regt viele zu Kommentaren an.
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#2 - Posted 9 Januar 2010, 8:54 AM
Ort: Dominikanische Republik, Sosua
Beitrittsdatum: January 2009
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RE: Leben und Leben lassen oder Ueberleben lassen
Sehr gut geschrieben - so aehnlich war es selbst noch vor 14 Jahren, als wir in dieses schoene Land kamen. Seitdem ist es allerdings tatsaechlich, fuer unser Empfinden, deutlich spuerbar bergab gegangen - leider! Auch hier regiert mittlerweile das Geld die Welt.....
Jedem dat Singe - levve un levve losse!
#3 - Posted 9 Januar 2010, 9:04 AM
Ort: Dominikanische Republik, nahe Las Terrenas, Samaná
Beitrittsdatum: October 2008
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Posts: 125
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Un país fracasado
Nun, da gibt es nicht viel zu kommentieren oder hinzuzufuegen.
Die Staatstraeger werden von ihren eigenen Waehlern als verkommene Geldscheffler dargestellt und die dominikanische Gesellschaft lebt mittlerweile fast ohne jegliche ethische Werte.
Das wird so schnell nichts mehr, wo man in Frieden und mit Zukunftsperspektiven leben kann.
Ein Jammer!
Ausserdem: Hier regiert nicht nur das Geld (was ja noch zu verschmerzen waere, solange es ordentlich verdient wurde), sondern Narco-Banden, Mafiosos verschiedener Nationalitaeten, eine unverschaemte Funktionaersbrut und.... die PLD.
B'frosch
Geschrieben am 1/9/2010 9:13 AM von Bergfrosch.
Alles geht seinen karibischen Gang.
#4 - Posted 11 Januar 2010, 8:39 AM
Ort: Dominikanische Republik, Sosua
Beitrittsdatum: January 2009
Mitglied #: 40
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RE: Un país fracasado
Richtig gesagt, es gibt dem nichts hinzuzufuegen. Es waren doch noch ganz andere Zeiten, als Du und ich damals hier in Sosua ueber den Transport Deines Flugzeuges sowie Deines PKW's beraten haben - erinnerst Du dich ...?
Jedem dat Singe - levve un levve losse!
#5 - Posted 11 Januar 2010, 9:36 AM
Ort: Dominikanische Republik, nahe Las Terrenas, Samaná
Beitrittsdatum: October 2008
Mitglied #: 24
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Gedächtnisschwäche?
Quote:
HansUdo previously said:
Es waren doch noch ganz andere Zeiten, als Du und ich damals hier in Sosua ueber den Transport Deines Flugzeuges sowie Deines PKW's beraten haben - erinnerst Du dich ...?

Hm, ehrlich gesagt, nein.
Das mit der Cessna (aus den USA) hat ja geklappt; meinen geliebten alten Saab liess ich allerdings zurück.
Tja, wie doch die Zeit vergeht.... und die Dinge sich hier geändert haben.

B'frosch
Geschrieben am 1/11/2010 9:37 AM von Bergfrosch.
Alles geht seinen karibischen Gang.
#6 - Posted 12 Januar 2010, 1:22 PM
Ort: Dominikanische Republik, Sosua
Beitrittsdatum: January 2009
Mitglied #: 40
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RE: Gedächtnisschwäche?
Du wolltest die Cessna fliegen - ich sollte Deinen PKW nachbringen.....
Jedem dat Singe - levve un levve losse!
#7 - Posted 12 Januar 2010, 3:50 PM
Ort: Dominikanische Republik, nahe Las Terrenas, Samaná
Beitrittsdatum: October 2008
Mitglied #: 24
Posts: 125
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Auto?
Quote:
HansUdo previously said:
Du wolltest die Cessna fliegen - ich sollte Deinen PKW nachbringen.....

Die gute alte C182 habe ich tatsaechlich von Kalifornien hierhergeflogen, interessanter Trip war das.
Das mit dem PKW ist mir nicht mehr in Erinnerung... evtl. per PM nachhelfen?

B'frosch
Alles geht seinen karibischen Gang.
#8 - Posted 1 Februar 2010, 2:11 PM
Ort: Dominikanische Republik, cabarete
Beitrittsdatum: March 2009
Mitglied #: 58
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RE: Leben und Leben lassen oder Ueberleben lassen
Quote:
harrydr previously said:

Zu jedem neuen Jahr machen wir uns Vorsätze, im Verlaufe viele dieser Vorsätze werfen wir über Bord oder ändern sie zu einer neuen Bequemlichkeit.
Ich haber mir heute vorgenommen einen dieser Vorsätze zu verwirklichen, ich will wieder mehr schreiben, Kontakte knüpfen oder erhalten und mehr zu mir selbst finden.
Die letzten Monate haben mich in meinem Adlerhorst, an manchen Tagen weit von der Wirklichkeit des Alltags entfernt, zutiefst berührt und erschüttert. Ich hätte nie gedacht wie weit wir in die Abhängigkeit der Korruption und den Drogen in allen Bereichen geraten sind.
Ich lebe seit mehr als dreißig Jahren in der DR, nun sechs Jahre hier oben in den Bergen und habe dies nie bereut. Habe die Dominikaner stets geachtet und geschätzt, 95% meiner Freunde sind Dominikaner. Meine zwei Lieblingssätze waren immer: ‚ Der Dominikaner ist der beste und friedlichste Mensch auf Erden, reize ihn nur nicht, wenn er besoffen ist oder eine Novia mit ihm ist.“ Der zweite: „ Frage: Wie macht man ein kleines Vermögen in der DR? Antwort: Indem man ein großes mitbringt.“
Ich konnte nie begreifen wie es möglich ist so viele neue Luxusherbergen und Luxusautos in der DR zu sehen.
Die letzten Ereignisse haben uns nun wohl gezeigt woher das alles kommt.
Gestern habe ich durch Zufall den Präsidenten de Suprema Corte de Justicia Jorge Subero Isa gesehen und gehört und den Eindruck gewonnen, selbst er ist frustriert und mit seinem Latein am Ende. Ganz besonders haben mich seine letzen Worte beeindruckt. Hier diese Worte aus dem pdf Formular das unter
http://www.suprema.gov.do/novedades/discursos/2010/Discurso_diaPJ_periodistas_2010.pdf
heruntergeladen werden kann.
Auszug:
„Vivimos en un país distinto al que conocimos hace apenas unos años. La sociedad ha cambiado. ¡Todo ha
cambiado! Creemos haber progresado porque hoy tenemos grandes rascacielos que están cerca
de las nubes. Pero por alguna razón extraña, mientras los países construyen edificios que
cada día se acercan más a las nubes, sus habitantes más se alejan del Cielo. Parece
que antes, cuando teníamos los pies más cerca de la tierra, estábamos también más
cerca del Cielo.
¿Dónde está el pudor, el honor, la decencia, la honestidad, la vergüenza, la prudencia, los
valores patrios, los valores éticos, morales y espirituales, la lealtad, la humildad, la
integridad, la fidelidad, la gratitud, la reputación, el buen nombre, la familia, la
responsabilidad, el amigo, el compañero, la austeridad, la cordura, los buenos modales, la
transparencia, la solidaridad, el respeto al derecho ajeno, a los mayores, a los maestros,
el buen vecino y otras virtudes que nos legaron nuestros antepasados?
Parece que alguien los ha tomado prestados. Por favor, devuélvanoslo, pues la sociedad
dominicana los necesita y los quiere, ya que la esperanza por sí sola no es suficiente para
lograr la paz, la tranquilidad y el bienestar deseados.
Muchas Gracias!
Dios, Patria y Libertad!
Viva la República Dominicana!"
Meine freie Übersetzung.
"Wir lebten in einem Land, das zu unterschiedlich ist von dem, das wir vor Jahren kannten. Die Gesellschaft hat sich geändert. Alles hat sich geändert! Wir glauben weitergekommen zu sein, weil wir heute große Wolkenkratzer haben, die nahe den Wolken sind. Aber aus einem merkwürdigem Grund, während die Länder Gebäude konstruieren, die tägliche sich mehr an den Wolken nähern, rücken ihre Einwohner mehr vom Himmel hin weg. Es scheint das, als wir die Füße nahe dem Boden hatten, waren wir mehr dem Himmel nahe.
Wo ist die Scham, die Ehre, der Anstand, die Ehrlichkeit, die Schande, die Besonnenheit, die Werte der Nation, die ethischen Werte, moralischen und geistigen Werte, Loyalität, Bescheidenheit, Vollständigkeit, die Treue, die Dankbarkeit, das Renommee, die Familie, die Verantwortlichkeit, der Freund, der Begleiter, die Strenge, die Vernunft, die guten Bräuche, die Transparenz, Solidarität, der Respekt des Besitzes Anderer, der Älteren, der Professoren, die guten Beziehungen des Nachbarn und andere Tugenden, die unsere Vorfahren uns hinterlassen haben? Es scheint, dass jemand sie geborgt hat. Bitte gebt sie zurück, weil die dominikanische Gesellschaft sie benötigt und sie es wünscht, da die Hoffnung selbst nicht genügend ist, den Frieden, die gewünschte Ruhe und das gewünschte Wohl zu erreichen.
Vielen Dank!
Gott, Nation und Freiheit!
Viva la República Dominicana! “
Ich hoffe sie können meine Gefühle aufgrund dieser Rede verstehen.
Ich habe die DR vor dreißig Jahren kennengelernt mit allen diesen beschrienen und hinterlassenen Werten.
Wir haben bis vier Uhr morgens in Capotillo Domino gespielt. Ich habe meine Tischwäsche nach ein Uhr nach Cristo Rey gebracht. Nie gab es Probleme.
In der Umgebung des mercado Consuelo haben die Hausfrauen am Freitag und Samstag die Gehwege mit Kernseife gewaschen. Man konnte nirgendwo Müll sehen.
Schmutzige Leute wurden schief angeschaut, selbst der Arme konnte sich ein dezentes Leben leisten.
Helft Alle um unsere geliebte DR wieder lebenswert und achtenswert zu machen.
Der Fortschritt des Zellulares oder Laptop ist nicht aller Fortschritt.
Vielen Dank. Ich hoffe dieser Artikel regt viele zu Kommentaren an.


hallo, jetzt erst lese ich diesen wichtigen beitrag (war die letzte zeit viel mit anderem, vor allem korrespondenz wg. haiti-hilfe) befasst. nun hat sich das eingespielt.
danke, daß sie dieses thema aufgegriffen haben, meine volle zustimmung. ich selbst war zum ersten mal hier (nordkueste,cabarete) 1992. selbst hier war es damals noch um einiges liebenswerter und vor allem waren da noch keine gitter vor den fenstern etc. nötig.
wir können die zeit nicht zurückdrehen, jedoch wir alle können uns besinnen auf das, was im leben zählt und versuchen das auch weiter zu vermitteln. und vielleicht noch schlimmeres verhindern.
wünsche allen einen schönen tag, Ute
#9 - Posted 2 Februar 2010, 11:24 PM
Ort: Dominikanische Republik, Juan Dolio
Beitrittsdatum: July 2008
Mitglied #: 8
Posts: 283
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RE: Leben und Leben lassen oder Ueberleben lassen
Harry ich Danke Dir >> du sprichst mir aus der Seele.


.............
Servus am end wors der Axel
#10 - Posted 4 Februar 2010, 2:28 PM
Ort: Dominikanische Republik, Sosua
Beitrittsdatum: January 2009
Mitglied #: 40
Posts: 667
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RE: Leben und Leben lassen oder Ueberleben lassen
Tja Ute, Du und wir haben hier an der Nordkueste tatsaechlich noch bessere Zeiten erleben duerfen, oder? Wenn Problemchen, dann in der Regel nicht mit Einheimischen, sondern mit Landsleuten.....
Seit nunmehr 14 Jahren habe ich (leider...) den Eindruck, dass es zumind. hier an der Nordkueste immer mehr bergab gegangen ist, wobei ich hauptsaechlich das Miteinander, spez. bei uns 'Zugereisten' , meine.
In den letzten zwei Wochen nun hatte ich ausreichend Gelegenheit, wiedermal einen dieser (dtsch.) Edelmenschen kennenlernen zu duerfen.
Selbiger fuhr mich hier in Sosua einfach mal so mit meiner Pazzola ueber den buchstaeblichen Haufen - einfach den Gegenverkehr missachtet und mich in den Graben gekegelt! Sorry, er habe mich nicht gesehen....seine Versicherung werde die Krankenhauskosten (Handwurzelbruch...)ausgleichen; damit sah er seine Pflicht als Unfallverursacher durchaus als erfuellt an.
Zu einem daraufhin erfolgten Gespraech zwischen seinen Anwaelten u. meiner Anwaeltin hielt er es noch nicht einmal fuer noetig, persoenlich zu erscheinen...diese beiden Herren feilschten dann um jedes Stueckchen Pflaster und um jede Tube Salbe; ob ich in der Lage sein werde, meinen Beruf wieder auszuueben, wurde von deren Seite gar nicht erst angesprochen.
Nicht verwunderlich, da er es auch nicht fuer noetig hielt, mich auch nur ein einziges Mal in Krankenhaus zu besuchen oder nach meiner Entlassung auch nur mal eben durchzuklingeln und zu fragen, wie es denn so geht.
(Ganz anders, wenn auch niedlich, die Reaktion unserer haitianischen Freundin, der ich vor laengererZeit einen 'Hexenschuss' behandelte: Sie werde dem anderen einen Voodoo schicken..... )
Wie auch immer - wenn es nett gemacht wird oder wurde, freut man sich ja doch irgendwie!
Eine neue Pazzola wollte ich mir sowieso bald anschaffen, unabhaengig davon, dass fuer mein 'Unfallfahrzeug' keine Ersatzteile zu beschaffen sind....
Jedem dat Singe - levve un levve losse!