#1 - Posted 9 März 2009, 9:48 AM
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Das Recht wird mit Füssen getreten
So viel zum Recht in der Dominikanischen Republik

Vor einigen Jahren nahm ich mir vor, in diesem Land, ohne Rechtssicherheit,
kein Geschäft zu betreiben.
Einer meiner Freunde betrieb ein kleines Geschäft, wo ich ihm öfters mal half, da er
wenig Spanisch sprach.
Eines Tages bekam er Streit mit einer schwangeren Angestellten, die behauptete, er
hätte sie entlassen, obwohl das nicht den Tatsachen entsprach.
Im Gegenteil, er bezahlte ihr Gehalt noch 8 Monate weiter, ohne das diese Dame
auch nur einmal noch zur Arbeit erschien.
Sie brachte ein ärztliches Attest nach dem Anderen.
Doch ihr Ziel, war von Anfang an , entlassen zu werden, damit sie auf Schadenersatz klagen kann. Nach diesen 8 Monaten behauptete sie entlassen worden zu sein, und ging vor Gericht.
Die Klage belief sich auf 1,5 Millionen Pesos.
In der Zwischenzeit besuchte sie sogar mit ihrem Bruder abends das Geschäft, und bedrohte
die Angestellten mit einer Pistole, worauf die Polizei, und Justiz meinte, dass dies aber nichts
mit diesem Fall zu tun hätte. Der Bruder tauchte unter.
Jetzt kommt das Kuriose. Der Richter verurteilte meinen Freund ohne Anhörung, zu 115 000 Pesos, und mich als Freund gleich mit, da irgendeiner meinen Namen verlauten lies.
Ohne ein Papier erhalten zu haben, erfuhr ich, dass auf alle meinen Sachen, ein Embargo liegt. Als ich am Samstagmorgen mit dem Auto meiner Nachbarin ein paar schnelle Besorgungen machte, stand auf einmal ein Abschleppwagen vor, und die Polizei hinter
diesem Auto. Ein Alguacil erklärte mir dann, dass dieses Auto nun beschlagnahmt wäre,
um meine Schulden bei dieser Angestellten abzudecken.
Ich muss noch mal bemerken, dass ich kein Geschäft betreibe, und auch keine Angestellten habe. Alle Anwälte erklären mir jetzt, dass ich die doppelte Summe, also 230 000 Pesos,
zahlen muss, um in zweiter Instanz gegen diese Entscheidung vorzugehen.
Doch jetzt ist erstmal das Auto ( das mir gar nicht gehört ) weg.
Auch meinen Einspruch, dass mir das Auto nicht gehört intressiert Niemanden.
Selbst meinen Hund durfte ich erst nach heftigen Diskussionen aus dem Auto befreien.
Nun ist dieses Auto mit meinen Einkäufen weg, und dies wo ich doch gar kein Geschäft
aus diesen Gründen der Rechtssicherheit betreibe.
Übrigens wurde ich von einer namhaften Anwaltskanzlei aus Puerto Plata vertreten.
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#2 - Posted 9 März 2009, 3:07 PM
Ort: Dominikanische Republik
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RE: Das Recht wird mit Füssen getreten
Das hört sich wirklich unglaublich an, wie in einem schlechten Film.

Und was jetzt?
#3 - Posted 9 März 2009, 9:46 PM
Ort: Dominikanische Republik, nahe Las Terrenas, Samaná
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Paradiesische Rechtssprechung
Quote:
Angua previously said:
Das hört sich wirklich unglaublich an...

Jeder, der hier laengere Zeit gelebt hat, kennt solche Faelle; sie sind leider nicht selten.

Der fehlende Schutz vor der Willkuer in der hiesigen "Rechtssprechung" ist eine der groessten Gefahren fuer hier lebende Auslaender.
Wenn es einem Dominikaner gefaellt und er/sie sich Anwaelte, Staatsanwaelte und Richter als Komplizen sucht, so kann ein voellig Unschuldiger mit einer fingierten Beschuldigung um seinen ganzen Besitz gebracht werden, der dann unter den Gaunern aufgeteilt wird.

Viele nennen dieses Land dennoch das "Paradies"....

Geschrieben am 3/9/2009 9:48 PM von Bergfrosch.
Alles geht seinen karibischen Gang.
#4 - Posted 9 März 2009, 11:00 PM
Ort: Dominikanische Republik
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RE: Paradiesische Rechtssprechung
Na man gut, dass ich nichts habe
#5 - Posted 10 März 2009, 8:47 AM
Ort: Dominikanische Republik
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RE: Das Recht wird mit Füssen getreten
Gestern war ich bei dem gegnerischen Anwalt, um das Auto zu bekommen.
Die Kosten für das Beschlagnahmen des Auto belaufen sich laut Gericht auf 100 000 Pesos.
Dazu kommen noch 20 000 Pesos Gebühr, und 15 000 Pesos für den Anwalt..
Nach einigem Hin und Her erziehlten wir eine Einigung auf 190 000 Pesos, damit wäre diese Sache beendet. Sollte ich in die zweite Instanz gehen, um mein Recht zu bekommen, so müsste ich jetzt 380 000 Pesos bei Gericht hinterlegen. So wird man praktisch genötigt, sich besser nicht gegen das Urteil zu wehren, und lieber die Hälfte zu zahlen, um damit dieses anzuerkennen.
Ich dachte eigentlich nach 12 Jahren Dominikanische, kenne ich so ziehmlich alles.
Zum Glück holte ich mit einiger Gewalt meinen Hund aus dem Auto, da er bestimmt verdurstet, und verhungert wäre, bis ich dieses Auto wiederhabe.

#6 - Posted 10 März 2009, 9:30 AM
Ort: Dominikanische Republik, nahe Las Terrenas, Samaná
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Teures Hin und Her
Quote:
Rudy66 previously said:
...Die Kosten für das Beschlagnahmen des Auto belaufen sich laut Gericht auf 100 000 Pesos.
Dazu kommen noch 20 000 Pesos Gebühr, und 15 000 Pesos für den Anwalt..
Nach einigem Hin und Her erziehlten wir eine Einigung auf 190 000 Pesos...


Hin und Her = 55,000 mehr???
Die genannten Summen sind reine Willkuer.

Es waren Piraten, sind es und werden es wohl auch immer sein.

B'frosch
Alles geht seinen karibischen Gang.
#7 - Posted 10 März 2009, 9:43 AM
Ort: Dominikanische Republik
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Muss aber
Muss aber sehen das ich das Auto wiederbekomme, denn der Wert liegt immer noch bei 400 000 Pesos. Habe dafür nur ein paar Tage Zeit, da der Termin für den Verkauf auf 18.03. festgelegt wurde.
Dann wird der Wagen wahrscheinlich für unter 100 000 an irgendeinen Handlanger der Justiz weggehen, und ich habe immer noch Schulden, und der ganze Mist geht von vorne los.
#8 - Posted 12 März 2009, 8:02 AM
Ort: Dominikanische Republik
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Hab es wieder
Habe Gestern das Auto gegen eine Zahlung von 150 000 Pesos wieder bekommen.
Werde in Zukunft nicht mal mehr zu Hause Dominikaner beschäftigen.
Lieber bezahl ich eine Hausverwaltung, als mir diesen Ärger aufzuhalsen.
12 Jahre hier, und immer noch nicht ausgelernt.
#9 - Posted 26 März 2009, 10:10 AM
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RE: Hab es wieder
Hallo Rudy,

interessiert mich jetzt doch mal. Ist noch irgendetwas gelaufen?
Erledigt? Da hast Du ja echt was mitgemacht. So etwas ist ja wie
ein Albtraum, nur das dieser nichts kostet.
#10 - Posted 26 März 2009, 10:42 AM
Ort: Dominikanische Republik
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RE: Hab es wieder
Durch die Zahlung von 150 000 RD$ war das erledigt.
Im Falle einer zweiten Instanz, hätte ich das Doppelte hinterlegen müssen.